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Vermittlung im Heeresgeschichtlichen Museum

Gruppe von Schülerinnen und Schülern vor einem Transparent, auf dem "No more" steht.

Der Südsudanese John Kon Kelei inmitten einer Klasse während der Aktionswoche 2016. Im Hintergrund ein im Zuge des "Red Hand Day" gefertigtes Transparent.

Mit unserem vielfältigen und auf unterschiedliche Interessen abgestimmten Vermittlungsangebot möchten wir ein breites Publikum ansprechen. In den vergangenen Jahren konnten wir erfreulicherweise einen deutlichen Zuwachs an gebuchten Programmen verzeichnen. 

Unser Bildungsauftrag

Im Zentrum unserer Vermittlungsarbeit steht ein Bildungsauftrag, der nicht nur durch die museumspädagogische Arbeit, sondern auch durch adäquate und zeitgemäße Vermittlungsmaterialien gewährleistet wird. Durch barrierefreie Angebote (z.B. Führungen für Menschen mit Sehbehinderung) und niedrige Preise für sozial benachteiligte oder einkommensschwache Gruppen haben wir uns bereits auszeichnen können.

Unsere Führungen werden historisch fundiert und im Bemühen um unterschiedliche Perspektiven abgehalten. Im Fokus stehen historische Erzählungen, welche durch Ausstellungsobjekte im Dialog mit den Besucherinnen und Besuchern kontextualisiert werden. Die Programme werden regelmäßig dem wissenschaftlichen Stand angepasst, laufend evaluiert und im Falle der Schulführungen unter Berücksichtigung des Lehrplans weiterentwickelt.

Regelmäßiger Austausch mit unseren Gästen

Durch jährliche Aussendungen unserer Schulprogramme wollen wir mit unserem Stammpublikum im Austausch bleiben und neue Gäste aus möglichst breiten Bevölkerungskreisen gewinnen. 

Um auf individuelle Bedürfnisse und Interessen der Teilnehmenden bestmöglich eingehen zu können, halten wir die Gruppengrößen klein. Bei Gruppenteilungen spielt das Alter der Gäste eine wesentliche Rolle. Volksschul- oder Kindergartengruppen werden ab dem 18. Kind von zwei Personen betreut. Bei Erwachsenen sollte die Gruppengröße maximal 25 Teilnehmende betragen.

Inhaltlicher Zugang und Ausrichtung

Kulturvermittler Mag. Martin Friessnegg im Gespräch mit Jugendlichen, die um ihn herum stehen.

Kulturvermittler Mag. Martin Friessnegg im Gespräch mit Jugendlichen in der Saalgruppe Republik und Diktatur

Was ist in der Vergangenheit geschehen und was lässt sich daraus für die Gegenwart ableiten? Die aktive Auseinandersetzung mit originalen und authentischen Objekten ist Ausgangspunkt unserer Geschichtsvermittlung. Anhand der Ausstellungsobjekte gehen wir auf Personen und Ereignisse ein und stellen den Kontext zu historischen Lebenswelten her. Wir fragen nach den Ursachen, Dynamiken und Folgen von Krieg und Gewalt und sensibilisieren gegen Vorurteile und Diskriminierung. Um das Demokratiebewusstsein von Schülerinnen und Schüler zu stärken, setzen wir uns mit den Protagonisten in den jeweiligen historischen Kontexten auseinander und diskutieren mit den Schülerinnen und Schülern Beweggründe und mögliche Handlungsspielräume.

Die Kulturvermittlung im HGM soll Türen öffnen, persönliche Zugänge zu historischen Inhalten erlauben, Fragen stellen und neue Sichtweisen eröffnen. Diskussionen sind ausdrücklich erwünscht. 

Christine Akello spricht vor einer Gruppe Jugendlicher, die vor ihr sitzt.

Christine Akello aus Uganda erzählt Jugendlichen von den schrecklichen Verbrechen in ihrer Heimat durch die LRA unter Joseph Kony

Aktionsprogramm für Jugendliche: „Kinder in bewaffneten Konflikten“

Jeden Februar findet zum „Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten“ die Aktionswoche „Kinder in bewaffneten Konflikten“ statt. In diesen fünf Tagen haben etwa 2.000 Jugendliche im Museum die Gelegenheit, mit Personen zu sprechen, die selbst als Kindersoldaten rekrutiert wurden oder als Kind andere Gewalterfahrungen in Krisenregionen machen mussten.

 John Kon Kelei spricht vor einer Gruppe sitzender Jugendlicher.

Der ehemalige Kindersoldat John Kon Kelei aus dem Südsudan teilt seine schrecklichen Erlebnisse

Jedes Jahr liegt der Fokus auf einem anderen Land oder in einer anderen Region. Personen aus dem Südsudan, aus Uganda oder Syrien, aus dem Irak, aus Bosnien oder Afghanistan waren bereits im Museum zu Gast. Anhand ihrer Schilderungen wird deutlich, unter welchen qualvollen Umständen Kinder in Kriegsgebieten aufwachsen. Im Rahmen der Programme wird sowohl die soziale, wirtschaftliche und politische Situation in den betroffenen Ländern diskutiert als auch die Bedeutung und der Schutz von Menschen- bzw. Kinderrechten.

Vorbereitend zu den Gesprächen mit den Betroffenen besuchen die Jugendlichen unsere permanente Ausstellung und setzen sich mit aktuellen globalen Brennpunkten auseinander. Eine Filmanalyse macht am Beispiel weiterer gewaltsamer Konflikte deutlich, welchen Schrecken und welches Elend Krieg für Kinder bedeutet.

Dieses Aktionsprogramm kann man ab der 8. Schulstufe buchen, da die Realitätsnähe für jüngere Schülerinnen und Schüler psychisch belastbar sein kann.

Anna Lehr Splawinski sitzt an einem Tisch mit Tischtuch vor dem Publikum, das man von hinten sieht.

Anna Lehr Splawinski spricht über ihre Tätigkeit als Meldegängerin des polnischen Widerstands beim Warschauer Aufstand 1944

Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erzählen

Besonders wichtig in der Vermittlungsarbeit ist die Auseinandersetzung mit der Zeit von 1938 bis 1945. Neben unseren permanenten Programmen über diese Zeit organisieren wir auch Gespräche mit Überlebenden von Konzentrationslagern. Ihre Schilderungen ermöglichen Schülerinnen und Schülern eine persönliche und intensive Erfahrung. Sie erinnern nicht nur daran, dass in diesem Land vor wenigen Jahrzehnten fürchterliche Verbrechen stattgefunden haben, sondern auch wie wichtig es ist, Frieden und Freiheit zu wahren. 

Die Gespräche sollen für Menschenrechte und Toleranz sensibilisieren und dazu anregen, über den Umgang mit Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus im eigenen Umfeld nachzudenken.

Programmvielfalt

Mag. Andreas Handler spricht vor einer Gruppe Volksschulkindern, die vor ihm am Boden sitzt.

Mag. Andreas Handler mit Volksschulkindern im Zuge des Programm "Der Goldene Apfel"

Das Heeresgeschichtliche Museum stellt in seinen Ausstellungen rund 500 Jahre österreichische Geschichte auf 6.500 m2 Ausstellungsfläche dar. Zehntausende Objekte werden präsentiert. Wir empfehlen daher, beim geführten Besuch Schwerpunkte zu setzen. 

Das museumspädagogische Team des Heeresgeschichtlichen Museums bietet ein umfangreiches und an alle Altersstufen angepasstes Vermittlungsangebot zu unterschiedlichen historischen Ereignissen und Fragestellungen. Die Angebote für Schulen sind auf den Lehrplan abgestimmt und dienen der Vorbereitung oder Vertiefung des jeweiligen Unterrichtsstoffes.

Kulturvermittlerin Mag. Katharina Kraus sitzt mit einer kleinen Gruppe Jugendlicher am Boden zwischen Vitrinen.

Vermittlerin Mag. Katharina Kraus beim Workshop "Propaganda im Dritten Reich"

Workshops und individuelle Betreuung

Der Workshop „Propaganda im Dritten Reich“ ermöglicht den Teilnehmenden, Mechanismen von Massenbeeinflussung und Manipulation anhand von Filmanalysen zu verstehen. Es wird untersucht, wie Medien als Instrumente der Macht fungieren können und wie man durch kritische Fragestellungen Fakten von Fake News unterscheiden kann.

 

Kulturvermittlerin Monika Weber bastelt mit vier Kindergartenkindern am Boden mit Papier und Klebstoff.

Vermittlerin Monika Weber bastelt Kronen mit Kindergartenkindern

Um individuelle Betreuung zu gewährleisten wird die Gruppengröße möglichst gering gehalten (bei der Anmeldung gehen wir gerne auf individuelle Wünsche ein).

Zu den Programmen für Kindergartengruppen

Zu den Programmen für die 1. bis zu 4. Schulstufe

Zu den Programmen ab der 5. Schulstufe

Zu den Programmen für Erwachsene

Zu den Programmen für Seniorinnen und Senioren
 

Ausstellungsbegleithefte

Bunter Kinderklubausweis mit Symbolfigur "Eugen", Felder für Namen und Mitgliedsnummer und Porträtfoto.

Mitgliedsausweis

14 Ausstellungsbegleithefte sollen den Kindern im HGM helfen, sich zurecht zu finden und einen sensiblen Umgang mit der österreichischen Vergangenheit zu erlernen.

„Eugen“ ist die Symbolfigur des Kinderklubs. Gemeinsam mit den jungen Besucherinnen und Besuchern erkundet er in sieben Heften, je für zwei Altersgruppen gestaltet, das Museum. „Eugen“ ist ein unvoreingenommener und neugieriger Begleiter, der sich mit vielen Fragen auf eine Zeitreise durch die Heeresgeschichte begibt. Um die Zusammenhänge und Lebensumstände besser zu verstehen, wendet er sich immer wieder an Personen aus der Vergangenheit. In Gedanken versetzt er sich in ihre Lage, schlüpft in ihre Gewänder und Uniformen. Eugen hinterfragt die Beweggründe der Heerführer, Befehlshaber und Strategen und thematisiert die Angst, Hilflosigkeit und Verzweiflung der Soldaten und der Zivilbevölkerung. Er bringt seine eigenen Einschätzungen zum Ausdruck und interessiert sich für die Meinungen und Interpretationen der Kinder und Jugendlichen.

Deckblatt der Broschüre für den Kinderklub mit Symbolfigur "Eugen" in verschiedenen Kostümen und kurzen Texten.

Im Laufe der Reise erkennt Eugen, dass Kriege nicht passieren, sondern gemacht werden. Er überlegt, welche Gründe es für gegenwärtige Konflikte und Kriege gibt und wie diese zu verhindern wären. Nach dem fünften und letzten Heft ist Eugens Reise durch das Museum zunächst zu Ende. Die Erforschung der Geschichte hat für ihn jedoch gerade erst begonnen.

-          Übersichtsheft „Deine Reise durchs Museum“ (2 Altersgruppen)

-          „Von den Osmanen zu Maria Theresia“ (2 Altersgruppen)

-          „Von Napoleon bis Radetzky“ (2 Altersgruppen)

-          „Der Weg in den Untergang“ (2 Altersgruppen)

-          „Von unruhigen und finsteren Zeiten“ (2 Altersgruppen)

-          „Marine - Abenteuer, Seefahrten und Kriege“ (2 Altersgruppen)

-          Highlight Heft „Schätze im Heeresgeschichtlichen Museum“ (1 Altersgruppe)

-          "Schutz und Hilfe - das Österreichische Bundesheer von 1955 bis 1991" (1 Altersgruppe)

Kinderklub

Kulturvermittler Karl Schwarz jubelt mit erhobenen Händen und ist verkleidet als Prinz Eugen mit barocker Perücke umringt von sehr vielen kleinen Kindern.

Kulturvermittler Karl Schwarz als Eugen im Bad der Kindermenge

Ziel und Strategie der Investitionen in unsere jüngsten Besucherinnen und Besucher ist es, ein freudvolles, museales Erlebnis sowie eine positive Erinnerung an das HGM zu gewährleisten. Das spielerische Heranführen an schwierige Inhalte soll auf eine intensive Auseinandersetzung mit dem HGM vorbereiten.

Mehrmals im Jahr öffnen wir die Türen unseres Hauses für ein junges Publikum und bieten niederschwellige Angebote für Kinder und Familien an. Im Rahmen des Kinderklubfests und der Veranstaltung „Halloween im Museum“ sollen junge Besucherinnen und Besucher und ihre erwachsenen Begleitpersonen das Museum kennenlernen und auf die weiteren Angebote der Vermittlung aufmerksam gemacht werden.

Kulturvermittler Erich Stadlbauer steht lächelnd vor Tischen, an denen Kinder mit Papier und Stiften basteln.

Kulturvermittler Erich Stadlbauer beim Betreuen einer Bastelstation

Seit 4 Jahren gibt es den Kinderklub des HGMs. Seine 1.600 Mitglieder bekommen einmal jährlich ein kleines Geburtstagsgeschenk und werden über Kinderveranstaltungen informiert. Eltern in Begleitung von Kinderklubmitgliedern profitieren von ermäßigten Eintrittspreisen.

Statistik zu den abgehaltenen Vermittlungstätigkeiten der vergangenen zehn Jahre