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Artilleriehallen

Die Artilleriehalle

Die Geschützrohrsammlung des Heeresgeschichtlichen Museums umfasst heute rund 550 Geschütze und Rohre und zählt damit zu den bedeutendsten ihrer Art. Ein Großteil der Bestände entstammt dem alten kaiserlichen Zeughaus. Durch Eingliederung von projektiertem Material und Versuchsgeschützen des österreichisch-ungarischen technischen und administrativen Militärkomitées wuchs die Sammlung ständig an und auch während des Ersten Weltkrieges erhielt sie zahlreiche Neuerwerbungen. Die Gesamtzahl der vorhandenen Geschütze kann heute nur mehr ungefähr geschätzt werden, wird aber wohl bei etwa 1.200 Rohren gelegen sein. Während des Zweiten Weltkrieges wurden zahlreiche historisch wertvolle Exemplare für die Eisen- und Buntmetallgewinnung herangezogen und eingeschmolzen. Diese Vorgangsweise wurde auch in der unmittelbaren Nachkriegszeit fortgesetzt, um durch den Verkauf des eingeschmolzenen Geschützmaterials den Wiederaufbau des Museums mitzufinanzieren.

Neben jenen Exponaten, die unmittelbar in den Sälen bzw. an der Vorderfront des Museums ausgestellt sind, wird das Gros der Geschützrohre in zwei eigenen Gebäuden (Objekte 2 und 17), den sogenannten „Artilleriehallen“, gezeigt, die nach dem Zweiten Weltkrieg an Stelle von durch Bombentreffer zerstörten Gebäuden errichtet worden waren.

Die Pumhart von Steyr

Das vom Museum aus gesehen linke Gebäude (Objekt 2) ist der Darstellung der österreichischen Artillerieentwicklung vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert gewidmet. In einer Seitenkammer ist der historisch wohl wertvollste Bestand, die schmiedeeisernen Geschütze des Mittelalters, zu sehen. Neben kleineren Steinbüchsen des 15. Jahrhunderts beeindruckt vor allem der „Pumhart von Steyr“, eine tausendpfündige Steinbüchse. In der zweiten Kammer und im Mittelbereich werden österreichische Bronzekanonen des 16., 17. und 18. Jahrhunderts gezeigt. Die rechte Artilleriehalle (Objekt 17) umfasst vor allem Bestände an „fremdländischen“ Geschützrohren, die im mittleren Bereich ausgestellt sind. Neben venezianischen und osmanischen Rohren finden sich zahlreiche französische Exemplare, meist Beutestücke aus den Kriegen von 1792 bis 1813. Die beiden Seitenkammern präsentieren wiederum Stücke der österreichischen Artillerie, wobei in der einen Kammer zahlreiche frühe Hinterladergeschütze, in der anderen der Übergang zur modernen Artillerie des 19. und 20. Jahrhunderts zu sehen sind.