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Ausstellungsarchiv für den Zeitraum vor 2001

Nachfolgend werden einige besonders bedeutsame Sonder- und Dauerausstellungen aus der 110-jährigen Geschichte des HGM zwischen 1891 und 2001 vorgestellt, die jedoch nur einen kleinen Teil der in dieser Zeit im HGM umgesetzten Ausstellungen darstellen.

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  1.  1909   
  1.  1923   
  1.  1934   
  1.  1937   
  1.  1938   
  1.  1938-1945   
  1.  1955   
  1.  1957-1961   
  1.  1968   
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  1.  1971   
  1.  1972-1983   
  1.  1986   
  1.  1988   
  1.  1991   
  1.  1993-1995   
  1.  1998   
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1909

Erzherzog Karl-Ausstellung 

Die aus räumlichen Gründen im k. k. Museum für Kunst- und Industrie (heute: MAK) gezeigte, jedoch vom Heeresmuseum aus Anlass der 100-Jahr-Feierlichkeiten des Sieges über Napoleon in der Schlacht von Aspern zusammengestellte Erzherzog Karl-Ausstellung war die erste selbst organisierte Sonderausstellung des k. u. k. Heeresmuseums seit dessen Eröffnung im Jahr 1891. Nach langjähriger Vorbereitung und der Beschaffung von Leihgaben von 400 verschiedenen Personen und Institutionen aus unterschiedlichen Teilen Europas konnten rund 10.000 Ausstellungsobjekte verschiedenster Art geboten werden. Neuere museale Ausstellungsformen und eine für Wien völlig neuartige Vermittlungs- und Besuchspolitik, die unter anderem Öffnungszeiten bis 21:00 Uhr vorsah, führten dazu, dass in nur acht Wochen etwa 265.000 Besucherinnen und Besucher erreicht werden konnten.

1923

„Kriegsbildergalerie“ 

Im Jahr 1923 konnte das Österreichische Heeresmuseum, wie das Heeresgeschichtliche Museum zwischen 1920 und 1934 genannt wurde, einen ersten Auszug aus seiner umfangreichen, während des Ersten Weltkrieges zusammengetragenen „Kriegsbildersammlung“ der Öffentlichkeit präsentieren. Dies war zugleich die erste museale Repräsentation des Ersten Weltkrieges im Heeresmuseum. Allerdings stand für den damaligen Museumsdirektor bei der Kuratierung der Ausstellung von 90 Kunstwerken 45 unterschiedlicher Künstler tatsächlich die Absicht im Vordergrund, das Kunstschaffen während des Krieges zu präsentieren und nicht so sehr eine Dokumentation des Kriegsgeschehens zu schaffen.

1934

Eröffnung der beiden „Isonzosäle“ und des „Mörsersaales“ 

Nach der 1923 eröffneten „Kriegsbildergalerie“ bildete die Eröffnung der beiden „Isonzosäle“ und des „Mörsersaales“ im September 1934 einen weiteren wesentlichen Schritt zur musealen Verankerung des Ersten Weltkrieges im damaligen Heeresmuseum. Dabei wurde über tradierte Darstellungspraktiken hinausgegangen und das Spektrum an Themen und Exponaten deutlich ausgedehnt, wobei auch kulturgeschichtliche Aspekte Berücksichtigung finden sollten. Erstmalig gelangten Bildbetrachter mit Fotografien und die zu jener Zeit als besonders innovativ geltenden Drehbildständer zur Verwendung. Diese Ausstellungen des Heeresmuseums fügten sich jedoch zugleich auch in die an die Habsburgermonarchie anknüpfende Geschichtspolitik des autoritären Regimes unter Bundeskanzler Kurt Schuschnigg ein.

1937

„Ausstellung ausgewählter Neuerwerbungen aus dem Zeitalter Kaiser Franz Josephs“

Vor dem Hintergrund der Beteiligung an der großen „Kaiser Franz Joseph Ausstellung“ des Jahres 1935 und des 70. Jahrestages des Krieges von 1866 im Jahr 1936 richtete das Heeresmuseum 1937 den Saal der Neuerwerbungen aus dem Zeitalter Kaiser Franz Josephs ein. Eigentlicher Anstoß und dominierende Schlüsselobjekte der Ausstellung waren jedoch die beiden neu erworbenen monumentalen Gemälde „Die Batterie der Toten“ von Václav Sochor und „Den Namenlosen 1914“, von Albin Egger-Lienz, die bei dieser Gelegenheit erstmalig hier zu sehen waren und bis in die Gegenwart eindrückliche und zentrale Exponate des Heeresgeschichtlichen Museums darstellen. Zugleich zeigte das Erscheinungsbild der Ausstellung bereits progressive, zukunftsweisende Ansätze, die in der Neugestaltung nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgegriffen werden sollten.

1938

Eröffnung des „Saales der Schweren Artillerie“ 

Bereits während der NS-Herrschaft jedoch noch eindeutig als Produkt des vorangegangenen Zeitabschnittes der Museumsgeschichte wurde am 12. Juni 1938 der „Saal der Schweren Artillerie“ an jener Stelle errichtet, an der sich heute der zweite Teil der Saalgruppe „Erster Weltkrieg“ befindet. Damit waren erstmalig die 38 cm Haubitze M. 16, die beiden Panzerkuppeln von Antwerpen und Przemyśl und der Prototyp des Albatros B II, die heute noch besonders wichtige Schaustücke darstellen, als Teil einer Dauerausstellung im Museum zu sehen. Grundzüge dieses Saales blieben bis zur tiefgreifenden Neugestaltung 2012 bis 2014 erhalten. 

1938-1945

Propagandaausstellungen im Nationalsozialismus 

Während der NS-Zeit wurde das Heeresgeschichtliche Museum (damals „Heeresmuseum Wien“) als Plattform für Propagandaausstellungen missbraucht, welche die militärischen Leistungen der Wehrmacht zelebrieren und die Kriegsbereitschaft stärken sollten. Abgesehen von den aktuellen Bezügen wurde dazu auch die österreichische Militärgeschichte im Sinne der NS-Ideologie und eines „großdeutschen“ Geschichtsbildes uminterpretiert. Die größte der zahlreichen in dieser Zeit veranstalteten Ausstellungen war die Schau „Kampfraum Südost“, die im Juni 1944 eröffnet wurde und durch jenen Luftangriff von 10. September 1944 vernichtet wurde, der auch substanzielle Teile des Museumsgebäudes zerstörte.

1955

Wiederöffnung des Museums 

Nach der schwerwiegenden Beschädigung des Museums am Ende des Zweiten Weltkrieges und seinem langjährigen Wiederaufbau konnte am 24. Juni 1955 seine Wiedereröffnung gefeiert werden. Fertiggestellt waren zu diesem Zeitpunkt bereits die vier Säle im ersten Stock, die sich mit der Militärgeschichte der Habsburgermonarchie von der Wende zum 17. Jahrhundert bis zum Jahr 1866 auseinandersetzten. Diese Säle brachen mit der tradierten Ausstellungspraxis, setzten auf eine aufgelockerte Darstellungsweise und wurden so von den Besuchern wie auch der Fachöffentlichkeit sehr positiv aufgenommen.

1957 - 1961

1957: Eröffnung des „Kaiser Franz Joseph-Saales“ und des „Marinesaales“ 

Als erste Ergänzungen zu den bis 1955 neu geschaffenen Dauerausstellungen konnten im Jahr 1957 zwei Säle eröffnet werden, die sich einerseits mit der Militärgeschichte Österreich-Ungarns 1867 – 1914 und andererseits – erstmalig in der Geschichte des Museums – mit der bis 1918 bestandenen k. (u.) k. Kriegsmarine befassten.

1960: Eröffnung des „Saales der Schweren Artillerie“ 

Im heutigen zweiten Raum der Saalgruppe „Erster Weltkrieg“ wurde 1960 ein dem Artilleriewesen während des Ersten Weltkrieges gewidmeter Raum geschaffen, der erst mit der Neugestaltung der Saalgruppe in den Jahren 2012 bis 2014 wieder eine tiefgreifende Umgestaltung erfuhr. 

Frühe Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg: 1957 bis 1961 Wechselausstellungen mit Kunst des Ersten Weltkrieges und 1964 „Weltkrieg 1914/15“ 

Das Heeresgeschichtliche Museum zeigte sich schon bald nach seiner Wiedereröffnung bemüht, die durch das Enden der Dauerausstellungen mit dem Jahr 1914 gegebene museale Lücke durch Wechsel- und Sonderausstellungen zu schließen. Schon ab 1957 wurden dazu im heutigen ersten Raum der Saalgruppe „Erster Weltkrieg“ Fotografien und wechselnde Kunstwerke aus dem Ersten Weltkrieg gezeigt. 1964 folgte dann noch aus Anlass des 50. Jahrestages des Kriegsausbrauches erstmalig eine allgemeine Schau zu den ersten beiden Kriegsjahren.

1968

„Die Streitkräfte der Republik Österreich“

Wenngleich das Heeresgeschichtliche Museum aus räumlichen Gründen in seinen ab 1955 bestehenden Dauerausstellungen die Zeitabschnitte der Ersten und Zweiten Republik zunächst nicht behandeln konnte, setzte es sich schon 1968 in weitreichender Weise mit einem Teil österreichischer Zeitgeschichte auseinander. In dieser Ausstellung, die mehr als 1.000 Objekte der eigenen Sammlung und von 28 Leihgebern umfasste, wurde die Geschichte der Streitkräfte der Ersten wie auch Zweiten Republik umfangreich aufgearbeitet. 

1971

 „Fliegen 90/71“ 

Mit dieser 1971 eröffneten Ausstellung bot das Heeresgeschichtliche Museum die flächenmäßig größte Wechselausstellung seit Wiederöffnung des Museums im Jahr 1955. Auf 986 m² wurden mehr als 400 Objekte zur Geschichte der militärischen Luftfahrt in Österreich von 1890 – dem Jahr vor den bahnbrechenden Pionierleistungen Otto Lilienthals – bis zur Gegenwart am Beginn der 1970er Jahre gezeigt. Damit konnte dieser Themenbereich erstmalig in eingehender Weise im Museum erörtert werden.

1972-1983

1972: „Offiziere – Kavaliere“ 

1972 – 1983 Neugestaltung dreier Säle der Dauerausstellungen

Unter der Leitung des damaligen Direktors, Dr. Johann Christoph Allmayer-Beck wurde im Jahr 1972 mit der Adaption und Neuaufstellung wesentlicher Teile des Museums begonnen. Diese umfassenden Arbeiten konnten für den Saal 1 zur Militärgeschichte der Habsburgermonarchie im 17. Jahrhundert im Jahr 1977 und im Franz Joseph-Saal zur Geschichte des österreichisch-ungarischen Militärwesens 1867-1914 im Jahr 1979 beendet werden. 1983 fand schließlich auch die Neugestaltung des Saal 2 zum Militärwesen des 18. Jahrhunderts seinen Abschluss. Alle drei dieser Säle blieben in ihrem Aufbau und ihrem Erscheinungsbild über Jahrzehnte von den in dieser Zeit gesetzten Maßnahmen geprägt.  

1973 Eröffnung des „Panzergartens“

Nachdem das Heeresgeschichtliche Museum 1971 und 1972 insgesamt sechs ausgeschiedene Panzerfahrzeuge des Bundesheeres erhalten hatte, wurde 1973 mit dem sogenannten „Panzergarten“ hinter dem Museumsgebäude erstmalig eine Schausammlung von Panzerfahrzeugen des Heeresgeschichtlichen Museums eröffnet. Mit Einrichtung der „Panzerhalle“ als Schaudepot konnten wesentliche Teile der im Panzergarten gezeigten Sammlung 2017 in eine witterungsgeschützte Unterbringung übertragen werden.

1980 „Vom ‚Hurra‘ zum Leichenfeld. Gemälde aus der Kriegsbildersammlung 1914 – 1918“

Mit dieser von Dr. Liselotte Popelka gestalteten und im Jahr 1980 eröffneten Sonderausstellung konnte anhand von 22 ausgewählten Kunstwerken erstmalig seit der Wiederöffnung des Heeresgeschichtlichen Museums nach dem Zweiten Weltkrieg eine umfangreichere Überblicksschau zu den Beständen der Kriegsbildersammlung des Heeresgeschichtlichen Museums zum Ersten Weltkrieg geboten werden. Gezeigt wurden Arbeiten von insgesamt 21 verschiedenen Künstlern

1986 

„Die Frau im Krieg“

Mit dieser von Dr. Brigitte Holl kuratierten Ausstellung konnte erstmalig die Geschichte der Frauen in den bewaffneten Konflikten der Vergangenheit eingehend beleuchtet werden. Dies stellte eine wichtige Erweiterung des thematischen Horizontes der Ausstellungen des Heeresgeschichtlichen Museums dar, an die etwa die 2013 gezeigte Ausstellung „WoMan at War“ anknüpfte. 

1988

„1914/1918. Sachzeugen zur militärischen Geschichte des Ersten Weltkrieges“

Im Jahr 1988 stellte das Heeresgeschichtliche Museum erstmalig seit seiner Wiedereröffnung im Jahr 1955 in zwei Sälen eine große Ausstellung zum Ersten Weltkrieg zusammen, die als Erweiterung der permanenten Schausammlung gedacht war und bis zu einer umfassenden Neugestaltung der Saalgruppe im Jahr 1993 bestehen bleiben sollte. Der Fokus der Ausstellung lag unter Einbindung von Fotografie, Kunstwerken und Kartenmaterial auf den militärischen Entwicklungen und dem Anteil Österreich-Ungarns am Weltkrieg. 

1991

Neugestaltung der Dauerausstellung zum Zeitraum 1789 bis 1866

Im Jahr 1991 wurde unter Direktor Dr. Franz Kaindl die Neugestaltung der Dauerausstellungssäle des Heeresgeschichtlichen Museums, die 1971 begonnen worden war, mit der Eröffnung des überarbeiteten „Erzherzog Carl-Saales“ und des „Radetzky-Saales“ abgeschlossen. 

„100 Jahre Heeresgeschichtliches Museum“

Aus Anlass des 100-Jahr-Jubiläums der offiziellen Eröffnung des Museums am 25. Mai 1891 wurden 1991 zahlreiche Aktivitäten gesetzt. Dazu zählte eine in den Seitenhallen der Ruhmeshalle gezeigte Sonderausstellung mit selten oder noch gar nicht öffentlich präsentierten Objekten sowie Informationen mit Bezug zur Geschichte des Museums. Eine begleitende Festschrift bot eine einleitende Überblicksdarstellung zur Geschichte des Hauses. 

1993 – 1995 

In den Jahren 1993 bis 1995 wandte sich das Heeresgeschichtliche Museum mit einem Zyklus dreier Sonderausstellungen zu den Jahren 1943 bis 1945 der musealen Aufarbeitung des Zweiten Weltkrieges zu.25.10.1993: Eröffnung der Sonderausstellung „Zeitenwende 1943: Der totale Krieg“ 07.06.1994: Eröffnung der Sonderausstellung „Walküre und der Totenwald. Das Kriegsjahr 1944“15.03.1995: Eröffnung der Sonderausstellung „Der Krieg in Österreich '45“

1998

Republik und Diktatur

Anknüpfend an den Sonderausstellungzyklus zu den Kriegsjahren 1943 bis 1945 wurde 1998 die erste Dauerausstellung eines Bundesmuseums zur Zeitgeschichte zwischen 1918 und 1945 eröffnet. Der Kurator der Ausstellung, a. o. Univ.-Prof. Dr. Manfried Rauchensteiner, versuchte dabei, mit mehr als 2.000 Objekten und über die engere Militärgeschichte hinausgreifend, einen  Überblick über die politischen Entwicklungen der Ersten Republik, die Zeit des autoritären Regimes nach 1933, die NS-Herrschaft in Österreich und den Zweiten Weltkrieg zu bieten.

Seemacht Österreich

Als Konsequenz der Einrichtung eines zeitgeschichtlichen Saales in den Räumlichkeiten der bisherigen Dauerausstellung zur Marinegeschichte musste diese in den angrenzenden Bereich transferiert werden. Dabei gelang es, beinahe sämtliche der bisher gezeigten Objekte in neuem Arrangement wiederauszustellen und diese zudem mit dem schon bisher dort untergebrachten gewesenen Turm des U-Bootes „U-20“ zusammenzuführen.