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Das Bild zeigt eine detaillierte Nahaufnahme einer beeindruckenden Ritterstatue, die in die Backsteinfassade des HGMs integriert ist. Die links Hand des Ritters ruht auf einem Schwert, während die andere Hand auf einem Dolch ruht, der teilweise versteckt ist. Die Statue steht auf einem floral gestalteten Sockel. Die umgebene Backsteinmauer ist in einem warmen Rotton gehalten und zeigt ein regelmäßiges Muster von helleren und dunkleren Steinen. Ein horizontal verlaufendes Band verläuft über die gesamte Breite der Fassade.

Women's History Month im HGM

Women's History Month im HGM

Francesca Scanagatta verlässt den vorgezeichneten Lebensweg ihrer Zeit und schlägt eine militärische Laufbahn ein, die ihr eigentlich verwehrt war.


Francesca Scanagatta – Eine Frau im Offiziersrock

Im Women’s History Month im März richten wir den Blick auf Frauen in der Militärgeschichte. Neben bekannten Herrscherinnen blicken wir auch auf weniger bekannte Persönlichkeiten, deren ungewöhnliche Lebenswege besonders eindrucksvoll sind – so wie jener von Francesca Scanagatta.

Eine Entscheidung mit Folgen

Eine richtungsweisende Zugfahrt steht am Beginn der Geschichte: Gemeinsam mit ihrem Bruder Giacomo Scanagatta war die junge Frau auf dem Weg nach Wiener Neustadt. Dort sollte Giacomo eine militärische Ausbildung beginnen. Doch während der Reise entschied Francesca – damals knapp 18 Jahre alt –, dass sie selbst diesen Weg einschlagen wollte.

Scanagatta wurde 1776 in Mailand geboren, das damals zum habsburgischen Herrschaftsgebiet gehörte. Sie stammte aus einer wohlhabenden Familie und erhielt eine umfassende Bildung. 1794 trat sie schließlich – unter dem Namen Franz Scanagatta – in die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt ein. Rund zweieinhalb Jahre absolvierte sie dort die Ausbildung, ohne dass ihre wahre Identität entdeckt wurde. Eine Besonderheit erleichterte ihr dabei die Tarnung: Anders als viele andere Kadetten wohnte sie während dieser Zeit nicht in der Akademie selbst, sondern im Haus des Akademiearztes.

Im Dienst der Armee

Nach ihrer Zeit an der Akademie diente sie in verschiedenen Grenzregimentern der österreichischen Armee. In den Jahren der großen europäischen Konflikte nahm sie auch an Einsätzen während der Koalitionskriege teil. Um 1799 stand sie unter anderem in der Region um Genua im Einsatz und wurde in dieser Zeit auch verwundet. Im Jahr 1800 wurde sie zum Leutnant befördert.

Nach etwa sieben Jahren im Militär traf sie eine neue Entscheidung: Sie wollte nicht länger als Franz leben, sondern wieder als Francesca. Bemerkenswert ist, dass ihr freiwilliges Ausscheiden aus dem Dienst ohne Bestrafung erfolgte. Sie durfte ihre Dienstgrade behalten, weiterhin ihre Uniform tragen und erhielt sogar eine Pension – eine Entscheidung, die persönlich vom Kaiser bestätigt wurde.

Ein außergewöhnlicher Lebensweg

Später heiratete Francesca Scanagatta einen Offizier und führte nach ihrer Dienstzeit ein ziviles Leben. Dennoch blieb sie der Militärakademie verbunden: Jahrzehnte später sandte sie zur Jubiläumsfeier der Akademie einen Glückwunschbrief, den sie weiterhin mit ihrem militärischen Rang unterzeichnete.

Die Geschichte von Francesca Scanagatta zeigt besonders deutlich, wie außergewöhnlich ihr Lebensweg war. In einer Zeit, in der militärische Laufbahnen Männern vorbehalten waren und gesellschaftliche Rollenbilder klar festgelegt schienen, gelang es ihr, diese Grenzen zu überschreiten. Sie bewegte sich über Jahre hinweg erfolgreich in einer Welt, die Frauen offiziell verschlossen war. Gerade deshalb gilt sie heute als eine Ausnahmepersönlichkeit – als jemand, der die vorgegebenen Rollenbilder seiner Zeit bewusst hinter sich ließ und einen eigenen Weg fand.

Einen Beitrag von Militärhistorikerin Sabine Jesner (HGM) zum Thema gibt es hier nachzusehen: viSieonärinnen: Damen und Heer streamen | Joyn

© HGM 

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