Stay hydrated - Historische Feldflaschen im HGM
Bei sommerlichen Temperaturen unverzichtbar: Feldflaschen sind weit mehr als praktische Begleiter: Sie erzählen von Militärgeschichte, Alltag und gesellschaftlichem Wandel.
Die Temperaturanzeiger klettern und klettern, Trinkflaschen mit Isolierfunktion sind dieser Tage besonders wertvolle Begleiter. Um eine Dehydration zu vermeiden bzw. um hydriert zu bleiben, empfehlen etwa viele Internetseiten, die Wasserflasche immer griffbereit zu haben – in der Schule, beim Arbeiten, im Büro.
Die Trinkflasche stand unlängst im Fokus eines Vortrags von Kuratorin Birgit Johler bei einer internationalen Fachtagung in Tours (FR) und im Rahmen eines Panels zu „Eating & Drinking on the go“. Dabei rückte sie auch die Sammlung an historischen Feldflaschen aus dem Heeresgeschichtlichen Museum in den Fokus. Diese spiegeln in Material und Ausführung stets auch zeithistorische Kontexte wider. Die älteste Feldflasche in der Sammlung des Museums ist aus Leder gefertigt und reich mit Silber- und Goldfäden verziert. Sie gehörte wohl einem hochrangigen Angehörigen der osmanischen Armee und diente repräsentativen Zwecken. Feldflaschen zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren aus Email, später aus dem Leichtmetall Aluminium. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Feldflasche Bestandteil zahlreicher Erzählungen über den Alltag und die Handlungen der Soldaten. Sie gehörte zusammen mit Tornister, Stiefel und Stahlhelm zum Marschgepäck und wurde so zum Bestandteil einer Propagandaerzählung der stets vorwärtsrückenden Soldaten.
Die Feldflasche des österreichischen Bundesheeres ist heute aus lebensmittelrechtlich zulässigem Kunststoff. Im Kontext eines allgemeinen Interesses an Gesundheitsforschung und Selbstfürsorge ist die Trinkflasche längst zu einem ressourcenschonenden Alltagsobjekt geworden und das Trinken von Wasser zu einer täglichen Gewohnheit und Praxis.
© HGM/ Öffentlichkeitsarbeit SP (1), HGM/ Birgit Johler (Eventübersicht, 2,3)