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Provenienzforschung im HGM: Ein Porträt als Zeitzeugnis

Provenienzforschung im HGM: Ein Porträt als Zeitzeugnis

Ein Porträt, das mehr zeigt als militärische Repräsentation – und auf die Bedeutung der Provenienzforschung verweist.


Die Arbeit der Provenienzforschung

Was wir hier sehen, ist das Porträt eines Militärbeamten aus der Zeit um 1790. Es handelt sich um ein sehr seltenes Sujet. Vor allem aber macht dieses Gemälde auf die Bedeutung der Provenienzforschung aufmerksam. Die Auseinandersetzung mit der Herkunft von Objekten zählt zu den Kernaufgaben jedes Museums und ist ein wesentlicher Bestandteil verantwortungsvoller Sammlungsarbeit.

Eine besondere moralische, aber auch rechtliche Verpflichtung besteht in der Aufarbeitung von Zusammenhängen zwischen Objekten in Bundesmuseen und dem Vermögensentzug während der NS-Zeit. Provenienzforschung bedeutet hier, historische Kontexte offenzulegen und Besitzgeschichten kritisch zu hinterfragen. Dieses Gemälde bringt diesen Zusammenhang in besonderer Weise zum Ausdruck.

Herkunft und Verfolgung

Das Porträt stammt aus der Kunstsammlung des Wiener Fleischhändlers Saul Juer, der diese in jahrzehntelanger leidenschaftlicher Sammeltätigkeit aufgebaut hatte. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich im Jahr 1938 wurde Saul Juer als Jude verfolgt und war gezwungen, seine Kunstsammlung zu veräußern. Hunderte Objekte gelangten auf diesem Weg in das damalige Wiener Heeresmuseum, das heutige Heeresgeschichtliches Museum.

Saul Juer selbst fiel dem NS-Regime zum Opfer. 1942 wurde er nach Theresienstadt deportiert, im Mai 1944 kam er nach Auschwitz.

Restitution und Verantwortung

Umso wichtiger war es, dass das Heeresgeschichtliche Museum im Jahr 2024 insgesamt 560 Objekte aus der Sammlung Saul Juers an dessen Nachkommen restituieren konnte. Es handelte sich dabei um eine der größten Kunstrückgaben seit Verabschiedung des Kunstrückgabegesetzes 1998.

Im Beitrag zeigt HGM-Provenienzforscher Stefan Kurz, wie Provenienzforschung durch sorgfältige Recherche historische Zusammenhänge sichtbar macht. Für die Nachkommen hatte die Rückgabe vor allem eine hohe ideelle Bedeutung.

Zum Video: https://flic.kr/p/2rQndAq

© W24

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