Mehr als Momentaufnahmen: Die Bedeutung historischer Fotoalben im HGM
Historische Fotoalben eröffnen einzigartige Einblicke in vergangene Lebenswelten und machen Geschichte und Erinnerung greifbar.
Ein Blick ins Fotoarchiv: Wie historische Alben Geschichte sichtbar machen
In der Sammlung Audio und visuelle Medien des Heeresgeschichtlichen Museums betreut Historiker Manfred Kerry die umfangreiche Sammlung von Fotografien und Plakaten, sein besonderes Interesse gilt dabei der k.u.k. Kriegsmarine.
Besonders wertvoll sind jedoch auch jene Stücke, die direkt aus dem persönlichen Umfeld von Soldaten stammen: private Fotoalben, die das Leben im Einsatz aus unmittelbarer Nähe zeigen.
Eine Vielzahl dieser historischen Alben gelangte auf unterschiedlichen Wegen in den Bestand, viele wurden dem Museum als private Schenkungen überlassen, einige stammen aus offiziellen Quellen oder wurden über Ankäufe – etwa aus Auktionshäusern – erworben. „Ein Einzelfoto zeigt nur einen Moment“, sagt Kerry. „Ein privates Album dagegen erzählt ein ganzes Leben – es zeigt den Alltag, die Kameradschaft, die Einsätze und gibt intensive Einblicke in das Kriegsgeschehen.“
Diese Alben wurden oft von Soldaten selbst zusammengestellt: sorgfältig beschriftet, chronologisch geordnet, mit kleinen Beobachtungen oder persönlichen Notizen versehen. Dadurch ermöglichen sie einen besonders nahen – oft überraschend ungeschönten – Blick auf die Realität und den Alltag an der Front, im Hinterland oder an Bord eines Schiffes. Sie vermitteln, wie Menschen ihren Dienst, ihre Umgebung und die außergewöhnlichen Umstände eines militärischen Einsatzes wahrnahmen.
Neben diesen privaten Erinnerungsstücken verwahrt das Museum auch repräsentative Prunkalben. Ein Beispiel ist ein repräsentatives Album aus dem Jahr 1867, das als Geschenk an den Kommandierenden einer Einheit überreicht wurde und sämtliche Offiziere in Porträtaufnahmen zeigt. Weitere Prunkalben stammen aus Rüstungsbetrieben, die damit ihre Leistungsfähigkeit dokumentieren wollten.
Auch wenn die vollständigen Alben meist nicht in der Dauerausstellung präsentiert werden können, bilden sie eine zentrale Quelle für Forschung und Ausstellungspraxis im Heeresgeschichtlichen Museum.
Zum Video:
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