Internationaler Weltfrauentag im Heeresgeschichtlichen Museum
Am 8. März werfen wir einen Blick auf die Rolle von Frauen im Heer und auf soziale Ungleichheiten – historisch wie modern.
Schon in der frühen Neuzeit waren Frauen unverzichtbar für das Funktionieren von Heeren: Sie versorgten die Soldaten, backten Brot und leisteten Pflege im Tross. Mit dem stehenden Heer im 18. Jahrhundert und der aufkommenden Wehrpflicht im 19. Jahrhundert verfestigten sich klare Geschlechterrollen: Männer prägten die öffentliche, militärische Sphäre, Frauen das Private. Diese Trennung beeinflusste auch Bürgerrechte: Männer kämpften für den Staat, Frauen blieben lange ausgeschlossen – etwa vom Wahlrecht.
Dennoch waren Frauen vom Krieg nie vollständig ausgeschlossen. Konflikte betrafen immer auch die Zivilbevölkerung. Erst gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Frauen auch aktiv im militärischen Bereich eingesetzt – aufgrund der Tatsache, dass es zu wenige Männer gab. In Österreich dauerte es bis 1998, bis eine Wehrdienstnovelle Frauen den freiwilligen Zugang zum Bundesheer ermöglichte. Seitdem zeigen sie Mut, Stärke und Kompetenz in allen Bereichen des Militärs.
Gleichzeitig wirken die jahrhundertelangen Zuschreibungen und Geschlechterrollen bis heute nach, und es wird noch Zeit brauchen, bis eine völlige Gleichstellung in allen gesellschaftlichen Bereichen erreicht ist.
Einen Beitrag von Militärhistorikerin Sabine Jesner (HGM) zum Thema gibt es hier nachzusehen: viSieonärinnen: Damen und Heer streamen | Joyn
Tipp: Am 8. März lädt das Heeresgeschichtliche Museum zur Spezialführung „Geschlecht, Macht, Gewalt – Historische Perspektiven auf ein aktuelles Problem“ ein. Die Führung beleuchtet historische und aktuelle Formen geschlechterbasierter Gewalt – von sozialer Ungleichheit bis Femizid – und zeigt anhand ausgewählter Beispiele der letzten Jahrhunderte ihre historischen Wurzeln auf.
© HGM/ Sammlung (Ausschnitt)