Hinter den Museumsmauern I
Radio trifft Museum - das HGM öffnete seine Türen für einen Thementag bei Radio Klassik Stephansdom.
„Hinter den Museumsmauern – Das HGM im Radio“
Das Heeresgeschichtliche Museum befindet sich im Aufbruch, es wird an neuen Konzepten, an einer zeitgemäßen Präsentation der Sammlung und an frischen Ideen für die Vermittlung gearbeitet.
Gemeinsam mit Radio Klassik Stephansdom entstand ein Thementag unter dem Motto „Hinter den Museumsmauern“: Ein ganzer Tag im Zeichen des Museums, seiner Menschen und Geschichten. Diese Kooperation ist der Ausgangspunkt für unsere neue Newsreihe: Wir möchten zeigen, wie viel im HGM derzeit in Bewegung ist – von der Neuaufstellung diverser Sammlungsbereiche über die spannende Arbeit der Kulturvermittlung bis hin zu den Restaurator:innen, die Schätze der Vergangenheit für die Zukunft bewahren.
In den kommenden Wochen stellen wir Menschen vor, die das HGM prägen, geben Einblicke in Forschung und Vermittlung und erzählen Geschichten von der Arbeit hinter den Kulissen. Begleiten Sie uns – online, im Museum und im Radio – und entdecken Sie Stimmen, Geschichten und Perspektiven eines Museums im Wandel.
In Folge eins unserer neuen Herbstreihe erzählt Georg Rütgen, Leiter der Kulturvermittlung, über den Museumsbau, Vermittlung und Zeitzeug:innen:
„Geschichte für alle – Kulturvermittlung im Wandel“
Das Heeresgeschichtliche Museum ist mehr als ein Ort für alte Waffen und Uniformen. Es ist Teil des Wiener Arsenals, jenem eindrucksvollen Militärbauwerk, das nach der Revolution von 1848 errichtet wurde. Der Architekt Theophil Hansen gestaltete den Bau im maurisch-byzantinischen Stil mit gotischen und barocken Elementen – ein Architekturjuwel, das bis heute prägt. Mit mehr als einer Million Objekten zählt das HGM zu den größten historischen Museen Europas. Seine Sammlungen reichen vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Doch im Mittelpunkt stehen nicht Schlachten und Helden, sondern der Mensch – und die Frage, was Krieg mit Gesellschaften macht.
Vermittlung für alle Generationen
Georg Rütgen arbeitet seit über zwanzig Jahren im Museum. Gemeinsam mit seinem Team entwickelt er Programme für Besucher:innen aller Altersgruppen, besonders für Schulklassen. „Kriege gehören ins Museum – und sonst nirgendwo hin“, betont er. Beliebt ist das Angebot zum Ersten Weltkrieg: Schülerinnen und Schüler erleben dort Ursachen, Folgen und menschliches Leid ganz direkt – etwa beim Blick in einen originalen Schützengraben.
Besonderer Höhepunkt ist auch die jährlichen Aktionswoche “Kinder in bewaffneten Konflikten” für Schulklassen mit Zeitzeug:innen. Hunderte Jugendliche kommen dann ins Gespräch mit Menschen, die selbst Krieg und Gewalt erlebt haben. „Da fließen auch Tränen“, erzählt Rütgen. „Unsere Zeit wird knapp – die Generation des Zweiten Weltkriegs stirbt aus. Diese direkten Gespräche schaffen eine Betroffenheit, die wir sonst nicht erreichen“, so Rütgen. Bis zu 2.500 Schüler:innen nehmen allein in dieser Woche teil. So gelingt es, Geschichte erlebbar zu machen und Impulse für eine friedlichere Zukunft zu setzen.
Neben dem breiten Angebot für Kinder und Schulklassen können auch Privatführungen für Erwachsene zu verschiedenen Themenbereichen gebucht werden!
Die Beiträge gibt es hier zum Nachhören:
Historie des HGM
Kulturvermittlung
© HGM/ ÖA SP, HBF/ Klima, Dorfer, eSeL.at/ Joanna Pianka