Fresken im Fokus: Friedrich Barbarossa und die Erhebung Österreichs zum Herzogtum
Schau doch mal nach oben! Friedrich Barbarossa und die Erhebung Österreichs zum Herzogtum.
Ein Wendepunkt der Geschichte
Wer die Ruhmeshalle betritt, begegnet nicht nur dramatischen Schlachtenszenen, sondern auch politischen Wendepunkten der Geschichte. Eine zentrale Darstellung des Babenberger-Zyklus zeigt, wie Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Jahr 1156 den Babenberger Heinrich II. Jasomirgott mit dem zum Herzogtum erhobenen Österreich belehnt – und zugleich Heinrich dem Löwen Bayern überträgt.
Der Akt der Belehnung
Der nächste Beitrag unserer Reihe „Fresken im Fokus“ von Carl Ritter von Blaas (1815–1894) richtet den Blick wieder nach oben: Unter freiem Himmel, dargestellt durch ein Zelt, sitzt der Kaiser im Zentrum der Szene. Heinrich der Löwe steht bereits mit Bayernrechten zu seiner Linken und erfasst die fünf Fahnen, während Heinrich Jasomirgott vor dem Kaiser kniet und dieser ihn mit dem Zepter in seine neue Würde einsetzt. Neben ihm steht Bischof Otto von Freising, der segnend die Hände über seinen Bruder hält – ein eindrucksvolles Zeichen dynastischer und geistlicher Legitimation.
Konflikt und Ausgleich
Dem feierlichen Akt ging ein jahrelanger Machtkonflikt voraus. Nach dem Tod von König Konrad III. und den Auseinandersetzungen um Bayern und Sachsen musste eine neue Ordnung gefunden werden. Diese schuf schließlich das sogenannte Privilegium minus im Jahr 1156: Heinrich Jasomirgott verzichtete auf Bayern, das an Heinrich den Löwen ging, und erhielt im Gegenzug eine bedeutende Aufwertung – die Mark Österreich wurde zum eigenständigen Herzogtum erhoben.
Das Fresko von Carl Ritter von Blaas hält diesen Moment als Meilenstein der österreichischen Geschichte fest. Es zeigt nicht nur einen feierlichen Akt, sondern auch, wie politische Konflikte durch Ausgleich und Verhandlung gelöst werden konnten.
Schau doch mal nach oben beim nächsten Museumsbesuch und entdecke selbst die beeindruckenden Fresken in der Ruhmeshalle. ✨📸