Fresken im Fokus: Allegorie der Kunst
Schau doch mal nach oben! Die Allegorie der Kunst in der Kuppel der Ruhmeshalle.
Mit der Reihe „Fresken im Fokus“ richten wir den Blick erneut in die Kuppel der Ruhmeshalle des Heeresgeschichtliches Museum. Wer die Ruhmeshalle betritt, entdeckt nicht nur historische Szenen an den Wänden – auch die Kuppel erzählt ihre eigene Geschichte. Nach dem Vertragsabschluss mit Carl Ritter von Blaas (1815–1894) und intensiver Abstimmung mit dem Architekten Theophil Hansen entschied man, den zuvor leeren Raum über dem Fries ebenfalls auszumalen. Blaas wählte dafür Einzelfiguren in Form von Allegorien: Kraft, Demut, Macht und Kunst. Damit wich man bewusst von der ursprünglichen Entscheidung ab, auf sinnbildliche Darstellungen zu verzichten. Die große Entfernung zur Betrachterin bzw. zum Betrachter sowie die Schwierigkeit, sehr frühe historische Ereignisse darzustellen, spielten dabei eine Rolle.
Diesmal steht die Allegorie der Kunst im Mittelpunkt – eines der Bildthemen der Kuppelgestaltung und Teil der Monumentalfresken von Carl Ritter von Blaas. Mit Flügeln und entblößter Brust dargestellt, richtet sie ihren Blick sinnend nach oben. Um sie gruppieren sich zahlreiche Attribute: eine Leier als Zeichen der Musik, Malutensilien für die bildenden Künste, eine Schriftrolle für die Dichtkunst sowie eine Maske als Verweis auf das Theater.
Die Allegorien stehen in engem Zusammenhang mit den darunterliegenden Babenberger-Szenen: Jede Idealfigur verweist sinnbildlich auf den Inhalt des jeweiligen Gemäldes und ergänzt so das historische Geschehen um eine zeitlose, symbolische Ebene.
Beim nächsten Besuch: Heben Sie den Blick – und entdecken Sie neue spannende Details!
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