Auf den Spuren Theophil Hansens: Das HGM zu Gast an der Akademie der bildenden Künste Wien
Visionen auf Papier: Was historische Pläne über das heutige HGM erzählen.
Wie entstand das heutige Heeresgeschichtliche Museum? Dieser Frage gingen Mitarbeiterinnen des Heeresgeschichtlichen Museums gemeinsam mit Mitarbeiter:innen der Akademie der bildenden Künste Wien nach. Anlass war die Sichtung historischer Architekturzeichnungen und Entwürfe des bekannten Architekten Theophil Hansen (1813–1891), der das ehemalige Waffenmuseum – das heutige HGM – entworfen hat.
Die wunderbaren Originale befinden sich im Archivbestand der Akademie. Dort wird der umfangreiche Nachlass Hansens seit dem späten 19. Jahrhundert verwahrt. Für die gemeinsame Recherche stellte René Schober, Leiter des Kupferstichkabinetts der Akademie, mehrere Entwürfe aus den Depots zusammen und präsentierte diese. Dabei gewährte er spannende Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Gebäudes und in Hansens Arbeitsweise.
Besonders eindrucksvoll war die Möglichkeit, frühe Planungsstadien des Museumsgebäudes zu betrachten. Einige Zeichnungen zeigen deutlich, wie Hansen noch nach der endgültigen Form des Bauwerks suchte. So unterscheiden sich frühe Entwürfe etwa durch das Fehlen der markanten Kuppel oder durch alternative architektonische Details, die später wieder verworfen wurden.
Der Austausch machte deutlich, welchen Wert die Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen besitzt. Die historischen Pläne eröffnen neue Perspektiven auf die Geschichte des Museums und helfen dabei, die Entstehung des Gebäudes besser zu verstehen.
TiPP: Architekturführung am 4. Juni
Wer mehr über die außergewöhnliche Architektur des von Theophil Hansen entworfenen Gebäudes erfahren möchte, hat am 4. Juni Gelegenheit dazu. Im Rahmen der Führung „Architektur- und Baugeschichte – Wo Ziegel auf den Bäumen wachsen“ richtet sich der Blick auf die architektonischen Besonderheiten des Wiener Arsenals und die spannende Entstehungsgeschichte des ältesten Museumsbaus der Stadt.
© HGM/ Öffentlichkeitsarbeit SP