Maria Fritsche
Maria Fritsche studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Gender Studies in Wien und Bern und promovierte an der University of Portsmouth zum österreichischen Nachkriegsfilm. Es folgten Forschungstätigkeiten an der University of Southampton sowie am Deutschen Historischen Institut in Washington, D.C. 2010 wechselte sie an die Technisch-Naturwissenschaftliche Universität Norwegens (NTNU), wo sie 2016 zur Universitätsprofessorin berufen wurde.
Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der modernen Militärgeschichte, der europäischen Zeitgeschichte sowie der Film-, Justiz- und Geschlechtergeschichte. In ihren Arbeiten verbindet sie kultur-, geschlechter- und militärhistorische Perspektiven, um Kriegs- und Nachkriegsgesellschaften zu erforschen.
Sie ist seit 2016 Mitherausgeberin der Zeitschrift L’Homme. Europäische Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft und war von 2018–2022 Mitherausgeberin der Reihe Krieg in der Geschichte im F. Schöningh Verlag/Brill.
Seit Februar 2026 leitet Maria Fritsche den Forschungsbereich am Heeresgeschichtlichen Museum.
FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE
- Deutsche Besatzung Europas, insbesondere Norwegens
- Wehrmacht und Wehrmachtsjustiz
- Militär und Männlichkeit
- Österreichische Film- und Kinogeschichte
- US Propaganda und Kulturdiplomatie
- Wiederaufbau Europas und Nachkriegsgesellschaften
AKTUELLE FORSCHUNG
Fritsches Forschungsinteresse gilt den gesellschaftlichen Erfahrungen in Kriegs- und Besatzungskontexten sowie den kulturellen Praktiken und Medienwelten im Europa des 20. Jahrhunderts.
Ihre Forschung konzentrierte sich in den letzten Jahren auf die nationalsozialistische Kriegsgerichtsbarkeit und die Untersuchung des Alltags unter der deutschen Besatzung Europas. Dabei richtet sie den Fokus auf die vielfältigen Kontakte zwischen Besatzern und Besetzten sowie die physischen und sozialen Räume der Begegnung. Ein weiteres Forschungsprojekt widmet sich dem Kino im Zweiten Weltkrieg, insbesondere den Soldatenkinos, die essentieller Bestandteil der Wehrmachttruppenbetreuung waren. Anhand von Zeitungen, Archivquellen und Egodokumenten wird das Filmangebot rekonstruiert, um Propaganda- und Distributionsstrategien sowie Filmpräferenzen zu analysieren.
JÜNGSTE PUBLIKATIONEN
Maria Fritsche, Wehrmacht Military Courts as Instruments of Occupation: The Case of German-Occupied Norway, 1940–1945. In: K. Maddox, T. Schölz, & U. M. Zachmann (Eds.), Military Justice in Modern History. Berlin: De Gruyter Oldenbourg, 301-323. DOI: https://doi.org/10.1515/9783110989588-012
Maria Fritsche (Hg.), NS-Verfolgung und Militärjustiz in Wien. Gerichtsort Hohenstaufengasse. Wien: Böhlau-Brill 2025. URL: https://library.oapen.org/handle/20.500.12657/104999
Maria Fritsche, Aushandlungen (homo-)sexueller Identitäten vor Wehrmacht- und SS-Gerichten im besetzten Norwegen (1940-1945). L'Homme. Europäische Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft, 35/2 (2024), 35-52.
Maria Fritsche, Die deutsche Kriegsgerichtsbarkeit in den besetzten Gebieten: die Rolle und Tätigkeit der Militär- und SS-Gerichte in Norwegen, 1940-1945. In: Ministerium der Justiz NRW (Hg.): Wehrmachtjustiz. Juristische Zeitgeschichte Nordrhein-Westfalen 25. Düsseldorf 2025, 175-195.
Maria Fritsche, "Correct" German Conduct? German Requisition Practices and their impact on Norwegian Society during World War II. Journal of Modern European History, 20/2 (2022), 199-217. DOI: https://doi.org/10.1177/161189442210956
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