Mythen am Bug III - Galionsfiguren im HGM
Göttinnen, Löwen, Heldinnen – Galionsfiguren waren Schutzsymbole und Kunstwerke zugleich. Im Museum erzählen sie von der Geschichte der österreichischen Marine.
Galionsfiguren zierten über Jahrhunderte die Vorderseiten von Segelschiffen. Doch sie waren weit mehr als bloßer Schmuck: Als Schutzsymbole, Namensgeber oder Ausdruck von Stärke und Macht hatten sie eine wichtige symbolische Funktion an Bord.
In der dritten Folge unserer Sommerreihe Mythen am Bug rückt eine Galionsfigur in den Mittelpunkt, die auf ein technisches Übergangsschiff verweist:
Vulcano - Gott des Feuers und der Schmiedekunst
Das Schiff SMS Vulcano wurde in den 1840er Jahren als Raddampfer im Arsenal von Venedig gebaut – benannt wurde es nach dem römischen Gott Vulcanus, der in der antiken Mythologie als Gott des Feuers und der Schmiedekunst galt (griechisch: Hephaistos). Ein Name, der perfekt zu einem dampfbetriebenen Kriegsschiff passte.
Im Jahr 1848 nahm die Vulcano aktiv an den politischen und militärischen Ereignissen ihrer Zeit teil und war Teil der Blockadeflottille um Venedig. Bereits 1882 wurde das Schiff aus den Marinebüchern gestrichen und diente fortan als sogenannter Kohlehulk – ein nicht mehr seetüchtiges Schiff, das nur noch als schwimmende Lagerstätte für Kohle genutzt wurde.
Die zugehörige Galionsfigur ist bis heute erhalten geblieben und Teil der Sammlung im Heeresgeschichtlichen Museum Wien. Sie verweist auf ein frühes Dampfschiff der k. k. Marine und verbindet Technikgeschichte mit mythologischer Symbolik. Zu sehen im Marinesaal, gemeinsam mit sieben weiteren eindrucksvollen Galionsfiguren aus der Zeit der österreichischen Marine.
Nächste Woche folgt die vierte Folge unserer Reihe Mythen am Bug mit einer neuen Galionsfigur und der Geschichte, die sie erzählt.
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