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Es ist beinahe 400 Jahre her, seit die Auseinandersetzung zwischen protestantischen und katholischen Mächten, zwischen Kaiser und Reich, zu Ende gingen. Geblieben sind die Erinnerungen. Rüstungen, Musketen, Piken und Soldatenbekleidungen decken die militärischen Aspekte dieser Zeit ab. Die großen Schlachtengemälde des Peeter Snayers bieten jedoch neben den militärischen Einzelheiten auch eine Fülle von kulturhistorischen Einblicken in diese Epoche.

Mit der Veränderung der Gefüge der europäischen Mächte ging eine solche des Militärwesens Hand in Hand. Die mittelalterlichen Ritterheere gehörten der Vergangenheit an. Stattdessen beherrschten die Söldner die Schlachtfelder. Der Siegeszug der Feuerwaffen war nicht mehr aufzuhalten. Die kaiserlichen Heere, die bis zum Dreißigjährigen Krieg nur bei Bedarf aufgestellt wurden und uneinheitlich ausgerüstet waren, wurden in ein dauernd besoldetes "stehendes" Heer mit zunehmend vereinheitlichter Ausrüstung übergeführt. Die Finanzierung dieser Truppenmassen erfolgte wegen der chronischen Geldnot des Kaisers zum Teil durch sogenannte Kriegsunternehmer wie Albrecht von Wallenstein, Herzog von Friedland. Wallenstein trug wie kein anderer dazu bei, in dem zeitweilig als Glaubenskrieg verstandenen Dreißigjährigen Krieg, die kaiserlichen Truppen siegreich zu führen. Vor allem die Schlacht bei Lützen 1632, in welcher der Schwedenkönig und Heerführer des protestantischen Heeres, Gustav II. Adolf, fiel, wurde als Wendepunkt verstanden. Die Ermordung Wallensteins 1634 sollte dem Kaiser die Verfügungsgewalt über sein Heer wiedergeben, was auch gelang. Der Krieg zog sich allerdings noch über 14 Jahre hin und endete erst mit dem Frieden von Münster und Osnabrück 1648.

Die großen Gemälde von Johann Peter Krafft, die Vitrinen mit Uniformen und Waffen der k.k. Armee und des französischen Heeres, das Originalmodell des Denkmals des "Löwen von Aspern", der französische Kriegs-Ballon (das älteste noch erhaltene militärische Luftfahrzeug der Welt) und der Mantel des russischen Generals Schuwalow, in dem Napoleon unerkannt nach Elba gebracht wurde, sind nur einige Beispiele, mit denen die Zeit zwischen 1789 und 1815 dargestellt wird.

 

Am 14. Juli 1789 stürmten in Paris aufgebrachte Volksmassen die Bastille. Die französische Revolution erreichte einen Höhepunkt. 1792 erfolgte die Kriegserklärung Frankreichs an Österreich. Der nachfolgende Krieg dauerte bis 1797 und endete mit der Niederlage der Verbündeten und für Österreich mit dem Verlust seiner Gebiete im Westen Europas. 

1799 kam es zum Zweiten Koalitionskrieg, den vor allem Österreicher und Russen gegen Frankreich führten. Der Frieden von Luneville beendete diesen Krieg. 

Im Jahre 1809 versuchte es die Habsburgermonarchie im Alleingang. Es kam verstärkt nationale Begeisterung auf. Die Aufstellung der Landwehr war nur ein Zeugnis dafür. In dem Feldzug siegte Erzherzog Karl bei Aspern verlor aber die kriegsentscheidende Schlacht von Deutsch Wagram. Im Frieden von Schönbrunn hatte Österreich abermals schwere territoriale Verluste hinzunehmen. Nichtsdestoweniger schloss sich die Habsburgermonarchie 1813 einer Koalition von Russen, Preußen, Schweden und Briten an. 

Die Entscheidung fiel 1813 in der "Völkerschlacht" von Leipzig. Ende März zogen die Alliierten in Paris ein. Napoleon dankte ab. Hierauf diente zwischen 1814 und 1815 der Wiener Kongress der Neuordnung Europas. 

Dem für Österreich-Ungarn so folgenschweren Ersten Weltkrieg ist eine 2014 neu gestaltete Saalgruppe gewidmet. Es wird gezeigt, wie dieser Krieg immer umfassender und verlustreicher wurde. Polen, Serbien und Italien sind die wichtigsten Schauplätze, auch die Rolle der Frau im Krieg wird beleuchtet. Am Ende wird der Weg in den Zusammenbruch deutlich. Verwundete, Gefangene und Tote markieren den Weg in die Gegenwart. Ein Beispiel für die einzigartigen Gemälde aus dieser Zeit ist das Bild "Den Namenlosen 1914" von Albin Egger-Lienz.

 Für Österreich-Ungarn lag der Schwerpunkt der Auseinandersetzungen auf dem Balkan und in Galizien. Österreich-Ungarn scheiterte dort ebenso wie das Deutsche Reich im Westen. Schon Ende 1914 mussten deutsche und österreichisch-ungarische Truppen alles aufwenden, um nicht von russischen Truppen überrannt zu werden. Im Mai 1915 erklärte auch Italien Österreich-Ungarn den Krieg. Somit wurde auch im Südwesten eine Front eröffnet, die von Südtirol und dem Hochgebirge bis in den Raum Görz und Triest reichte.

Im Herbst 1918 begann die Auflösung der Habsburgermonarchie – der Zerfall des Vielvölkerstaates und seiner Armee war unaufhaltsam geworden. Am 3. November 1918 unterzeichnete Österreich den Waffenstillstand. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits nationale Nachfolgestaaten gebildet. Europa war anders geworden.

Ein besonderer Abschnitt ist einer schicksalsschweren Periode der jüngeren österreichischen Geschichte gewidmet. Der Weg Österreichs vom Zerfall der Monarchie über die Zwischenkriegszeit und den Zweiten Weltkrieg bis in die Zweite Republik wird hier eindrucksvoll veranschaulicht. 

Da sich die Völker Österreich-Ungarns nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr für ein gemeinsames Reich entschieden, sahen auch die Deutschen der Habsburgermonarchie die Unausweichlichkeit der Bildung eines eigenen Staates.  

Die politischen Kräfte standen sich politisch misstrauisch gegenüber und Gewalt wurde in der Politik alltäglich. Es entstanden mehrere paramilitärische Verbände, von denen die dem bürgerlichen Lager zugerechneten Heimwehren und der republikanische Schutzbund, der Sozialdemokratischen Partei die bedeutensten wurden. Schließlich kamen die paramilitärischen Formationen der Nationalsozialisten dazu.

Von 1927 an herrschten bürgerkriegsähnliche Zustände. Die österreichische Regierung wurde immer autoritärer, nützte 1933 im Parlament eine Pattstellung zur Ausschaltung desselben und hob schließlich die Verfassung auf. Die Unruhen fanden sowohl im Bürgerkrieg, Februar 1934, als auch im  Juli 1934, mit der Ermordung von Bundeskanzler Dollfuss durch Nationalsozialisten sowie ausgedehnten Kampfhandlungen  ihren Höhepunkt. International wurde Österreich isoliert, bis Schuschnigg dem Druck von Hitler ausgehend nicht mehr standhielt, eine geplante Abstimmung über Österreichs Souveränität absagte und der Einmarsch in Österreich vollzogen wurde.


Die nationalsozialistische Diktatur in Österreich führte nicht nur zu einem Elitenwechsel, zwangsweiser Emigration und Verfolgung, sondern machte das Land auch in kürzester Zeit kriegsbereit. Aus Österreich stammende Soldaten machten dann auch alle Feldzüge der Deutschen Wehrmacht mit und teilten schließlich deren Schicksal. Ab 1943 wurde das als "Alpen und Donaureichsgaue" bezeichnete Land Schauplatz des Luftkrieges. Währenddessen erreichte auch die Verfolgung und die systematische Ermordung von Juden und Gegnern des nationalsozialistischen Regimes ihren Höhepunkt. Trotz eines allmählich erstarkenden Widerstandes und der Beteiligung von Österreichern am Versuch, Hitler am 20. Juli 1944 zu ermorden, blieb das Land eingebunden in die politischen und militärischen Strukturen des Deutschen Reiches, erlebte schließlich von März bis Mai 1945 den Krieg auf eigenem Boden, die Befreiung des Landes durch die Alliierten und die Kapitulation der Wehrmacht. 

Sowjetische, amerikanische, britische und französische Truppen besetzten ganz Österreich. Nachher ließ sich die Bilanz ziehen und feststellen, dass Österreich als Teil des Großdeutschen Reiches rund 1,2 Millionen Soldaten zu stellen gehabt hatte, dass eine Viertelmillion von ihnen gefallen oder vermisst war, dass rund 65.000 österreichische Juden ermordet worden waren und schließlich der Luftkrieg und die Kämpfe auf österreichischem Boden die Gesamtzahl der Opfer der NS-Zeit auf 380.000 Menschen hatte anwachsen lassen.

Der fünfte Teil des Hauses macht 200 Jahre österreichische Marinegeschichte deutlich, von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg, von den Forschungs- und Entdeckungsreisen bis zum Ende der maritimen Präsenz Österreichs.

Die Marineausstellung wurde erst der nach dem zweiten Weltkrieg der permanenten Ausstellung hinzugefügt. Mittlerweile ist sie eines der Herzstücke des Museums geworden, das von der einstigen Seemacht Österreichs erzählt.

Die ausgestellte Sammlung soll deutlich machen, wie sehr die österreichische Flotte zwischen militärischen Erfordernissen und dem Bemühen, Europa und der Welt ein bedeutendes Forschungsinstrument zur Verfügung zu stellen, angesiedelt war. Neben den großartigen Galionsfiguren und Schiffsmodellen oder auch den einzigen erhalten gebliebenen Ballon - Abwurfbomben (System Uchatius), die 1849 bei der Belagerung Venedigs zum Einsatz kamen, finden sich in diesem Abschnitt Erinnerungsstücke an die meisten Flottenkommandanten und Darstellungen der österreichischen Flottenpräsenz. Die Schiffe der österreichischen Kriegsmarine dienten nicht zuletzt dazu, Forschungsreisen durchzuführen, Mannschaften auszubilden und auf den Weltmeeren "Flagge" zu zeigen. So erinnert das Modell der Fregatte "Novara" an die erste Weltumsegelung eines österreichischen Kriegsschiffes in den Jahren 1857 bis 1859.

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