Provenienzforschung

Provenienzforschung und Restitution im Heeresgeschichtlichen Museum / Militärhistorischen Institut (HGM/MHI)


Gemäß dem am 4. Dezember 1998 erlassenen Bundesgesetz über die Rückgabe von Kunstgegenständen (BGBl. I, 181/1998/ Novelle BGBl. I Nr. 117/2009) werden Kunstgegenstände aus den Österreichischen Bundesmuseen und Sammlungen, die im Zuge oder als Folge der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus in das Eigentum des Bundes gelangten, an die ursprünglichen Eigentümer bzw. deren Rechtsnachfolger restituiert.


Auf Grundlage des o. g. Bundesgesetzes wurden die im HGM/MHI damals bereits in Umsetzung befindliche Grundlagenforschung und Recherchearbeit hinsichtlich der Provenienz der jeweiligen Sammlungsobjekte insbesondere auf die Erwerbungen zunächst von 1938 bis 1965, inzwischen ab 1933 bis aktuell intensiviert und entsprechende Nachforschungen diesbezüglich angestrengt.


Zwischen 1938 bis 1945 mussten letztlich 52 Objekte festgestellt werden, welche explizit aus durch das nationalsozialistische Regime beschlagnahmten privaten Sammlungen (Oskar BONDY, Viktor EPHRUSSI, Emil von HOFMANNSTHAL, Albert POLLAK, Ernst und Gisela POLLAK, Alphonse de ROTHSCHILD, Franz RUHMANN)  stammten. Im Zuge der fortgesetzten Untersuchungen im Rahmen der Provenienzforschung wurden aber ebenso weitere Erwerbungen festgestellt, in denen das Heeresmuseum Wien seinerzeit direkt von durch das nationalsozialistische Regime Verfolgte Objekte ankaufte (Eduard Epstein , Dr. Hans Fischl  und Albert Klein).

Die aktuell unter dem Begriff des sgn. „herrenlosen Guts“ zusammengefassten  Objekte, welche nachweislich ebenso aus entzogenem Vermögen stammen, jedoch keiner bestimmten nachweisbaren Provenienz mehr zugeordnet werden können, werden zwischenzeitlich über die  Kunstdatenbank des Österreichischen Nationalfonds publiziert.

Provenienzforscher:        

Dr. Walter Kalina 

Tel.: +43(0)1 7956110-60311 

Email:  w.kalina(at)hgm.at

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